+ + + Medieninformation der Christen in der AfD Mitteldeutschland + + + Keinen Bock auf (diese) Kirche + + + Sinnkrise wegen altem deutschen Tischspruch + + + Alexandra Hochmeister / Jörg Kühne + + +
Keinen Bock auf (diese) KircheLEIPZIG 12.07.2025 Alexandra Hachmeister ist gewählte Leipziger Stadträtin. Zusammen mit ihrem Zwillingsbruder führt sie erfolgreich die gleichnamige Bäckerei mit zwei Filialen. Wer im Internet nach dem Unternehmen sucht, wird schnell bei NIUS oder TAG24 fündig. Beide Medien berichteten Anfang des Jahres über Anschläge.
Das "Problem": Hachmeister sitzt für die AfD im Stadtparlament. Linke Kräfte glaubten sich deshalb wiederholt berufen, die Front der Läden großflächig mit schwarzer Farbe oder Teer zu "verzieren", Schriftzüge zu hinterlassen und die Nachbarschaft mit verunglimpfenden Flugblättern "beglücken" zu dürfen.
Einfältige wie gleichermaßen boshafte Botschaft: "Kein Bock auf Nazibrötchen!" Die Stammkundschaft der Bäckerei ficht das nicht an. Eher habe man neue Gesichter gesehen, erklärt Alexandra Hachmeister, die selbst parteilos ist, gegenüber NIUS. Die Bewertungen der Bäckerei bewegen sich auf hohem Niveau.
Deshalb zählte wohl auch der örtliche kirchliche Kindergarten zu den Brötchenkunden. Der erste Besuch des Pfarres galt allerdings nicht der Qualität der Backwaren und entsprang auch nicht gelebter Solidarität gegenüber Anschlagsopfern in der Gemeinde, sondern entpuppte sich als eine Art Gesinnungstest.
So jedenfalls empfand Alexandra Hachmeister das Gespräch, welches kurz nach ihrer Wahl auf Wunsch des Pfarres zustande kam. Dieses allerdings sei gut verlaufen, im Ergebnis die Fraktionszugehörigkeit im Stadtrat "geduldet" worden. Vorerst wurden also weiterhin leckere Brötchen wöchentlich geliefert.
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Schlagartig ändern sollte sich das als die Bäckerei einen neuen Transporter beschaffte und diesen beklebte. Darunter auch ein unverdächtiger Sinnspruch, der auch heute noch an der Fassade einer alten Bäckerei im Wietzendorf (Heide) zu entdecken ist. Die beliebte App komoot führt sie als "Wander-Highlight".
Ein Nutzer: "Der Sinnspruch mag heute anachronistisch erscheinen, aber es gab auch Zeiten, wo man noch wusste, dass Brot nicht im Supermarkt wächst." In Leipzig nahmen dagegen unappetitliche Dinge ihren Lauf. Zuerst flatterte ein Zettel des Kindergartens ein: "Bitte um Rückruf zwecks NS-Zitat".
Kurz darauf eskalierte die Situation mit einem Besuch des Elternsprechers. Nach heftiger Diskussion in der Einrichtung habe man sich entschlossen, keine Brötchen mehr von der Bäckerei zu beziehen. Jedenfalls nicht, "solange Alexandra Hachmeister weiter in der AfD-Fraktion säße", beschied er.
Für Alexandra Hachmeister stellt sich die Frage, mit welchem Recht ihr die Kirche vorschreibt, in welcher Fraktion sie zu sitzen habe. Für sie ist klar: "Die Kirche hat sich in politischen Dingen neutral zu verhalten. Diese dreiste Einmischung in meine persönliche Freiheit ist nicht tragbar."
Ihr Entschluss steht deshalb fest: "Wir werden austreten." Damit ist sie eine von Millionen Gläubigen, die der Kirche in Deutschland inzwischen den Rücken gekehrt haben. Und selten werden die Gründe dafür so deutlich sichtbar wie in ihrem Fall. Für die Kirche ist das weit mehr als nur ein Armutszeugnis.
Foto: Alexandra Hachmeister 2025